Herstellung 2018-11-24T14:41:41+00:00

Der Großteil der ätherischen Öle wird durch Wasserdampfdestillation hergestellt. Hierbei wird das Pflanzenmaterial in einem nach oben enger werdenden Behälter über kochendem Wasser solange erhitzt, bis sich durch die entstehende Hitze und den Druck die winzigen Duftmoleküle aus den Pflanzen lösen und somit als „Passagiere“ im Wasserdampf ihre Reise durch die Kühlschlangen antreten, wo von aussen durch permanente Zufuhr von kaltem Wasser der Dampf abgekühlt wird und somit kondensiert.

Die Kondensflüssigkeit beinhaltet nun das ätherische Öl der Pflanze aber auch – und das im wesentlichen größeren Maße – das Hydrolat = das aromatische Wasser, in dem ausschließlich die wasserlöslichen Teile zu finden sind, im Gegensatz zum ätherischen Öl, welches die fettlöslichen Bestandteile enthält. Ein Beispiel für die Wasserdampfdestillation ist das sehr bekannte Lavendelöl und eben das dabei anfallende Lavendelhydrolat (auch manchmal Lavendelwasser genannt).

Ein weiteres Gewinnungsverfahren ist die Pressung. Diese kommt bei den Zitrus-Schalenölen zum Einsatz, z.B. Zitrone, Bergamotte, Orange, Mandarine, Grapefruit, Limette (diese wird allerdings auch manchmal destilliert), Clementine..

Die Extraktion ist ein Gewinnungsverfahren, bei dem mittels Lösungsmittel oder Alkohol die duftenden Moleküle den Pflanzen entlockt werden. Man unterscheidet hier Absolues (oft für schwere Blütendüfte wie Jasmin oder Mimose angewandt) und Resinoide (aus Harzen, wie z.B. Myrrhe. Benzoe)

Die Enfleurage ist ein heute aufgrund seiner Aufwändigkeit kaum noch angewandtes Verfahren. Hier werden dünn mit Fett bestrichene Glasplatten immer wieder – bis zu 36 Mail – mit kostbaren Blüten-blättern, z.B. Jasmin, belegt, bis das Fett voll mit den fettlöslichen Duftmolekülen gesättigt ist. Aus diesem Fett (Pomade 36) muss anschließend die kostbare Essenz mit Alkohol herausgelöst werden, werden abschließend abgedampft wird.

Ein relativ modernes, und noch nicht so weit verbreitetes Verfahren ist die Kohlendioxid-Extraktion (CO2 – Extraktion). Dieses ist sehr teuer, da die Apparaturen einem extremen Druck standhalten müssen (75 bar – vergleichbar mit 4 km unter der Meeresoberfläche!). Hier werden mit einer Temperatur von unter 31 Grad auf eine schonende Art und Weise Öle gewonnen, die im Vergleich zu den wasserdampf-destillierten Produkten voller und runder riechen und zudem auch andere Bestandteile in sich bergen.

Attars bilden eine besondere Form der Gewinnung von Düften und beruhen auf einer alten indischen Tradition. Kostbare Blütendüfte werden – oftmals in transportablen Felddestillen – destilliert und in einen Auffangbehälter, in dem bereits fertiges Sandelholzöl wartet, hineindestilliert. So wird beispielsweise Rosenattar (Gulab), Jasminattar (Motia) oder Safranattar hergestellt.